Wallfahrt Wachau

11. - 13. Juli 2021



Zu Beginn der Sommerferien reiste eine fröhliche Wallfahrergruppe in die Wachau - wir feierten in Bad Häring den Sonntagsgottesdienst mit, aßen im Gasthof Franziskibad zu Mittag und machten uns dann auf den Weg.

Als erstes Ziel erreichten wir am späten Nachmittag Enns, die älteste Stadt Österreichs, deren Ursprung auf die Römerstadt Lauriacum zurückgeht - dort war Zeit zum Eisessen, Kaffeetrinken und zur Stadterkundung. Das Stadtzentrum beeindruckte mit dem großen rechteckigen Platz und den barocken Bürgerhäusern. Besonders neugierig waren alle auf den Turm - 157 Stufen führen auf den im 16. Jh. erbauten Glocken-, Uhr- und Wachturm. Der herrliche Rundumblick lohnte die Mühe des Aufstiegs über die hohen Stufen.

Einige erkundeten die Pfarrkirche St. Marien, die zum Franziskanerkloster gehört und im gotischen Baustil erhalten ist. Eine aus dieser Epoche stammende Mariendarstellung steht in der Seitenkapelle.

Nach dieser Fahrtunterbrechung dauerte es nicht mehr lange, bis wir am Abend den Wachauerhof in Melk erreichten, wo wir ausgezeichnet untergebracht waren.

Am Montagmorgen brachen wir früh auf nach Maria Langegg - dort feierten wir gemeinsam mit der Hausgemeinschaft die heilige Messe und freuten uns über die herzliche Aufnahme durch Pater Johannes Cornides und Bruder Pirmin sowie die Schwestern. In unseren Fürbitten baten wir für die Kranken und Leidenden in unseren Bekanntenkreisen.

Anschließend führte Schwester Mirjam uns durch die Kloster- und Pfarrkirche sowie in das Museum und in die Bibliothek und erzählte von der Wallfahrt. Immer wieder fand sie etwas, das das Interesse der Kinder weckte, aber auch die Erwachsenen aufmerksam horchen und schauen ließ.

Die Stiftung einer Kapelle und des Gnadenbildes "Maria, Heil der Kranken" erfolgte durch Matthäus Häring nach der wunderbaren Heilung seiner kleinen Tochter - während die Frauen bereits den Tod des Mädchens erwarteten, vertraute er auf das Gebet und fand Erhörung - wie es auf der großen Votivtafel dargestellt ist.

Die Wallfahrt zum Gnadenbild begann dann infolge der Pestepidemien.

1645 errichteten die Serviten ein Kloster im barocken Baustil. Von der Ursprungskapelle ist der Hochaltar noch erhalten.

1993 wurde das Kloster von der Gemeinschaft der Seligpreisungen übernommen.

Das Museum wurde vor einigen Jahren eingerichtet und zeigt die Votivgaben der Wallfahrer - den Dank für Heilungen, aber auch die Bitten von jungen Frauen um einen guten Mann, die dazu häufig ihre Haarzöpfe stifteten.

Beeindruckend ist auch die Bibliothek - wir erfuhren, wie man früher Bücher aufschlug, und Leseversuche in einem alten Messbuch waren möglich.

Nach dem Mittagessen im Gasthof Stumpfer erwartete uns die Schiffsfahrt auf der Donau - von Melk bis Dürnstein waren wir unterwegs und blickten auf das Kloster Melk, auf den Dunkelsteinerwald, auf die Burgruine Aggstein und auf Weinberge.

Der Aufenthalt in Dürnstein begann mit einer Stadtführung: Stift Dürnstein und der Kirchturm, nahe an Donau gelegen, fallen durch die markante Farbgebung auf - der blaue Turm als Zeichen für das Himmlische und die gelben Gebäude für das Irdische. Immer wieder ist Dürnstein von Hochwasser bedroht - die Markierungen zeigen die markanten Wasserstände der vergangenen Jahrhunderte. Malerische, enge Gassen und historische Häuser ziehen jährlich viele Touristen an, aber heuer war es noch recht ruhig - was für uns die Stadterkundung noch schöner machte. Nach dem Aussichtspunkt auf der Westseite begaben wir uns nach Osten zum Getreidespeicher, von wo aus man einen guten Blick auf die Burgruine hat, in der Richard Löwenherz gefangen gehalten wurde. In die Erzählung von den Kreuzzügen, der Heiratspolitik und der Lösegeldgeschichte wurden wir alle miteinbezogen und konnten herzlich über unsere Rollen lachen. Für diese spannende Führung bedankten wir uns sehr und danach waren die Kinder voller Tatendrang, die Burgruine zu erklimmen - der Aufstieg war stufenreich und die Aussicht lohnte die Mühe: Wir schauten auf Dürnstein, auf die Donau und auf Stift Göttweig.

Nach dem spannenden und lustigen Tag freuten wir uns auf das Hotel - auf die Dusche und das gute Abendessen. Danach machten die meisten noch einen Spaziergang durch Melk.

Am Mittwoch stand Stift Melk auf dem Programm - das große und als UNESCO-Welterbe bekannte Benediktinerstift, dessen Ursprünge in das 11. Jh. zurückreichen und das in den Jahren 1702–1746 im barocken Stil neu errichtet wurde - als Baumeister ist Jakob Prandtauer bekannt.

In den vergangen Jahrzehnten wurde saniert und auch der Tourismus zur wichtigen Einnahmequelle gemacht, um die Anlage zu erhalten.

Eine neue Ausstellung führt den Besucher durch die verschiedenen Epochen und macht immer wieder auf den heiligen Benedikt bzw. seine wichtigsten Regeln aufmerksam: hören (auf das Wort Gottes, auf den Abt - wenn man sich für das Klosterleben entschließt), beten und arbeiten.

Nach dem Stiftsbesuch ließen wir uns das Mittagessen im Donauhof schmecken.

Anschließend fuhren wir nach Joching, kauften auf dem Weg Marillen und Kirschen, und machten dann Halt beim Prandtauer-Hof, dem ehemaligen Lesehof des Stiftes St. Pölten, der heute als Weingut von Familie Holzapfel geführt wird. Wie der Name es erahnen lässt, war Jakob Prandtauer der Baumeister - dieses Gut ist älter als Stift Melk. In der Hauskapelle durften wir die heilige Messe feiern - mit den Lesungstexten zu den beiden Tagesheilgen Heinrich und Kunigunde. In einer kurzen Ansprache nahm Herr Pfarrer Stefan Schantl Bezug auf das Evangelium und lud uns ein, immer mutig zu sein, unsere Talente nicht zu verstecken und nicht aus Angst vor dem Versagen etwas nicht zu tun, vor allem in Dingen, die den Glauben und die Nächstenliebe betreffen. Die beiden Tagesheiligen können uns dazu ein Beispiel sein. Auch in den Fürbitten kam dieses Anliegen zum Ausdruck. Unsere sieben Ministranten freuten sich, dass sie auch in der kleinen Kapelle wieder ihren Dienst tun durften.

In der Hofgreißlerei erstanden noch einige Wein oder andere Köstlichkeiten und dann war es Zeit für die Heimfahrt.

Gegen 20.00 Uhr kamen wir in Bad Häring an - wir dankten einander für die schönen gemeinsamen Tage, besonders dem Buschauffeur Stefan Franzl für die sichere Fahrt sowie Herrn Pfarrer Stefan Schantl und Herrn Diakon Franz Reinhartshuber für die geistliche Begleitung und für die Geselligkeit.

Foto: Ansicht Prandtauerhof: © Bwag/CC-BY-SA-4.0