Osternacht

4. April 2015

Der Höhepunkt der drei heiligen österlichen Tage beginnt still mit den Vorbereitungen in der Kirche und für die Lichtfeier. Wie am Karfreitag schweigen noch die Glocken, sodass die Ankündigung der Feier mit den Ratschen erfolgt. Vor dem Portal ist bereits das Osterfeuer entzündet.


Eröffnet wird die Lichtfeier durch die Prozession mit der neuen Osterkerze zum Osterfeuer. Nachdem Herr Pfarrer Rainer Hangler es gesegnet hat, wird die Osterkerze bereitet und mit dem Osterfeuer entzündet. Mit dem dreimaligen Ruf "Christus, das Licht" wird sie schrittweise in den Altarraum getragen. Beim zweiten Ruf werden mit der Flamme der Osterkerze die Kerzen der Ministranten entzündet, sodass es allmählich heller in der noch wenig beleuchteten Kirche wird. Zur Weihe der Kerze beweihräuchert der Herr Pfarrer sie und singt das Osterlob.

Es folgt die Wortgottesfeier. Vier Lektoren tragen die Lesungen vor. Die ersten drei Texte stammen aus dem Alten Testament und stellen den Bezug zu früheren Taten Gottes, die in der Gegenwart Bedeutung haben, her: Die Erschaffung des Menschen aus dem Buch Genesis, der Auszug der Israeliten aus Ägypten aus dem Buch Exodus und ein Trostwort des Propheten Jesaja für das sündige Volk. In die Antwortpsalmen stimmen der Chor und die Feiergemeinde ein. Während der dritten Lesung werden die Kerzen im Altarraum mit dem Licht der Osterkerze entzündet. 

Erst dann legt der Herr Pfarrer die Kasel in der goldenen Farbe an.

Anschließend wird das Gloria gesungen: Eine frohe Stimmung zum Lob Gottes wird im Gotteshaus spürbar, denn die Orgel erklingt wieder und die Glocken läuten.

Es folgt das Tagesgebet und danach wird die 4. Lesung aus dem Römerbrief vorgetragen. Zum ersten Mal seit dem Aschermittwoch erklingt anschließend das Halleluja, bevor das Evangelium von der Auferstehung Jesu nach Markus verkündet wird.

In seiner Ansprache erinnert sich Herr Pfarrer Rainer Hangler an einen Satz aus dem Evangelium vom Gründonnerstag: Begreift ihr, was ich an euch getan habe?

Was dieser Satz bedeutet, kann man erst mit der Auferstehung besser verstehen: Zum einen werden die heiligen Öle vom Bischof geweiht, das Katechumenenöl für die Taufwerber, das Krankenöl für das Sakrament der Krankensalbung und das Chrisamöl für die Taufe, die Firmung und die Priesterweihe. Sie sind Zeichen, wie Gott die Menschen heute noch berührt, stärkt und heilt.

Zum zweiten legt Jesus seinen Leib vertrauensvoll in die Hände der Apostel und liefert sich ihnen aus - und heute in die Hand der Priester, wenn sie Eucharistie feiern.

Und auch der dritte Gedanke kann erst mit dem Glauben an die Auferstehung erfasst werden: Jesus verzeiht Judas den Verrat, sowie auch uns alle Schuld verziehen wird, denn Jesus will mit seinem Tod, seinem Abstieg in das Reich des Todes und seiner Auferstehung alle Menschen zum ewigen Leben führen.

Der dritte Teil, die Tauffeier beginnt mit der Allerheiligenlitanei, die Herr PA Franz Reinhartshuber singt. Anschließend segnet Herr Pfarrer Rainer Hangler das Taufwasser für das kommende Jahr und senkt nach dem Gebet die Osterkerze dreimal in das Wasser ein. Mit dem neuen Weihwasser dürfen sich die Ministranten bekreuzigen und anschließend wird die Feiergemeinde damit besprengt.

Mit der Eucharistiefeier wird der Gottesdienst fortgesetzt.

Zum Schluss bedankt sich Herr Pfarrer Rainer Hangler besonders beim Kirchenchor unter der Leitung von Sabine Fischl-Promitzer für die sehr feierliche und schöne musikalische Gestaltung der österlichen Liturgie, bei allen, die zur Reinigung und zum Schmuck der Kirche beigetragen haben, für die Vorbereitung des Osterfeuers, bei den Lektoren und beim Kantor und bei den vielen Ministranten, die stets mitgefeiert und ihre Dienste verrichtet haben - wofür der letzte Dank auch an Herrn PA Franz Reinhartshuber gerichtet ist, der die Buben und Mädchen so gut darauf vorbereitet.


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