KBW Schuld und Vergebung
- 11. März
- 2 Min. Lesezeit
März 2026

Bei der Begrüßung meinte Robert Pristach, Leiter des KBW-Bad Häring, das Thema „Schuld und Vergebung“ passt genau in die Fastenzeit und in das derzeitige Zeitgeschehen.
Dr. Andreas Liebl bedankte sich für die Einladung zu diesem Vortrag und schilderte vorweg allgemein über seine Tätigkeiten als Gefängnisseelsorger in der Justizanstalt Innsbruck und als Religionslehrer in der Fachberufsschule für Holztechnik in Absam.
Frei und authentisch schilderte der Vortragende dann recht lebendig, am Beispiel eines Jugendlichen, welchen er Jens nannte, wie dieser zum Straftäter wurde. Die Straftat – Jens schlug einen Jugendlichen brutal zusammen, weil dieser ihm keine Zigarette geben konnte. Der Vortragende ging dann auf das Vorleben des Täters ein, sprach über die tristen Familienverhältnisse in dessen Jugend meinte aber, dass diese als Ursache jedoch nicht als Verständnis und Entschuldigung zu werten ist.
Demgegenüber steht das Opfer, ein Jugendlicher, der sich zur falschen Zeit am falschen Ort befunden hat. Dr. Liebl ging auch hier auf die Situation ein. Er sprach von den Emotionen des Opfers, seiner Familie und dessen Umgebung. Es stellt sich die Frage, wie geht man mit Emotionen um? Nicht nachtragend sein? Klingt vernünftig, ist aber eine große Herausforderung. Denn es bedeutet, dem Täter vergeben! Das kostet große Überwindung, ist aber nicht nur für den eigenen Seelenfrieden wichtig, sondern auch für die körperliche Gesundheit. Den „Ballast“ den man jemanden „nach-trägt“ kann man vielleicht loswerden, indem eine Entschuldigung angenommen wird, ohne sofort zu vergeben. Es wird dabei Respekt für das Schuldeingeständnis signalisiert, betont aber, dass Vertrauen erst wieder aufgebaut werden muss.
Der Vortragende ging dann auf Resozialisierungsmaßnahmen im Vollzug ein. Er schilderte wie versucht wird mit diversen Maßnahmen wie Schul- u. Berufsausbildung, Arbeitsmöglichkeiten in Haftbetrieben, Delikt- u. Motivationsarbeit, psychologischer Beratung u. dgl., aber auch mit religiöser Begleitung, den Gefangenen wieder ein Leben in Freiheit ohne Straftaten zu ermöglichen. Wichtig ist aber die Nachbetreuung durch die Bewährungshilfe, vor allem durch Vertrauenspersonen und Freundschaften.
Jens kam nach acht Jahren aus der Haft, begann eine Lehre als Zimmermann, verliebte sich in ein Mädchen (nennen wir sie Emma) und hatte somit einen guten Start. Emma führte Jens in ihre Familie ein, die ihn wohlgesinnt aufnahm, bis die Vergangenheit von Jens zur Sprache kam. Die Eltern von Emma wurden misstrauisch, befürchteten, dass ihrer Tochter etwas passieren könnte – Unsicherheit und Angst führten zum Bruch der Freundschaft mit Emma. Jens fühlte sich nicht mehr angenommen und wurde rückfällig.
Nach ausgiebiger, auf das Thema eingehender Diskussion las Dr. Liebl noch, von Häftlingen formulierte Fürbitten mit Tiefgang vor. Er meinte auch, dass der Zugang der Häftlinge zu Glaubensfragen einerseits sehr tiefgründig ist, andererseits aber auch kindliches Niveau aufzeigt.
Bevor Robert Pristach dem Referenten für den gelungenen Vortrag, sowie den Anwesenden für ihren Besuch dankte, spendete unser Kooperator Klaus den Segen und wünschte allen eine besinnliche Fastenzeit.
Bericht: Robert Pristach




























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