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KBW Der gläserne Mensch

  • 15. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit
  1. April 2026


Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Technik begrüßte Robert Pristach, Leiter des KBW-Bad Häring, den Referenten Maximilian Wagner und die Zuhörer recht herzlich.

 

Zu Beginn seines Vortrages meinte der Referent, Firmen können durch eine Vielzahl von Quellen umfangreiche Profile über Privatpersonen erstellen. Diese Datensammlung reicht von öffentlich zugänglichen Informationen bis hin zu detaillierten Verhaltensanalysen im Internet. So werden, unter anderem, persönliche Stammdaten (Name, Adresse, Geburtsdatum, E-Mail-Adresse und Telefonnummer), finanzielle Situation und Bonität (Informationen über Kredite, Konten, Zahlungsmoral, Insolvenzen und oft auch geschätztes Einkommen), Online-Verhalten, Interessen und Vorlieben (Analyse von Klicks, Suchfragen, Aufenthaltsdauer auf Webseiten und getätigten Käufen), Soziale Kontakte und Aktivitäten (Informationen aus sozialen Netzwerken), sowie Meldedaten (über Meldeauskünfte können Firmen Wohnsitze von Personen ermitteln) gesammelt und in großen Rechenzentren jahrelang gespeichert und entsprechend ausgewertet. An diese Daten kommen die Firmen durch eigene Erhebungen bei Nutzung von Webseiten, Apps, Treueprogrammen (Payback etc.) oder bei Online-Shopping, über Datenhändler, das sind Unternehmen, die Profile kaufen und verkaufen, durch Einschau in öffentliche Register (Firmenbuch, Handelsregister, Vereinsregister, ...) und Wirtschaftsauskunfteien – diese sammeln Daten aus unterschiedlichen Quellen, um Bonitätsprofile zu erstellen.

 

Mit dem Aufkommen von Künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen verändert sich die Art und Weise, wie Daten gesammelt und verwendet werden, drastisch. Diese Technologien ermöglichen es, noch präzisere Nutzerprofile zu erstellen und personalisierte Werbung gezielt auszuspielen. Die Welt des Marketings hat sich in den letzten Jahren rapide verändert, und Werbung, vor allem in Internet ist mittlerweile ein entscheidender Bestandteil jeder erfolgreichen Marktstrategie. Marketing umfasst also alle Aktivitäten und Aufgaben, die ein Unternehmen veranlasst, Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen.

 

Information ist gut, aber was kann der Konsument einer aggressiven Werbung entgegensetzen? Der Kunde kann sich gegen diverse Werbemaßnahmen wehren, indem er sich nicht dem Willen der Werbung aussetzt und nur das bestellt, was er wirklich ursprünglich wollte. Sich also nicht durch angezeigte „Vorteile“ wie „nur noch zwei Artikel lagernd“, oder „andere Kunden bestellten noch dazu“, oder „bis morgen noch ein Rabatt von 20%“, oder „kaufe drei und bezahle nur zwei“ u. dgl. m., beeinflussen zu lassen. Abgesehen davon, kann man beispielsweise die Privatsphäre-Einstellungen in einem Google-Profil anpassen, den Inkognito-Modus in einem Browser verwenden oder Werbeblocker installieren. Zudem bietet sich an, die Werbepräferenzen in den sozialen Netzwerken zu kontrollieren, um genau die Werbung zu sehen, die für einen von Interesse ist.

 

Nach eingehender und sehr ausgiebiger Diskussion schloss Robert Pristach die Veranstaltung mit den Worten: „Erst überlegen, was man wirklich braucht, bevor man die Waren in den Einkaufswagen legt“. Er dankte noch dem Referenten für seinen sehr interessanten, auf die Thematik eingehenden Vortrag und wünschte allen Teilnehmern einen guten Abend.


Bericht und Fotorechte: Robert Pristach


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