Gedenkkreuz

23. Mai 2015

Im Rahmen eines Wortgottesdienstes und der anschließenden Aufstellung eines Gedenkkreuzes gedachte Bad Häring auf Einladung der Gemeinde und der Schützenkompanie der eingerückten und gefallenen Standschützen, die am 22. Mai 1915 in den Krieg ziehen mussten.


Herr PA Mag. Franz Reinhartshuber begrüßte die Fahnenabordnungen der Traditionsvereine, Herrn BM Hermann Ritzer und die Gemeinderäte sowie die Schützenkompanie, die geschlossen an der Feier teilnahm. Er erinnerte an die elenden Verteidigungs- und Kampfbedingungen, aber auch an die in Sorge lebenden Familien zu Hause und an die zurückgebliebenen Witwen und Waisen. Am Vorabend des Pfingstfestes lenkte er die Gedanken auf das In-Beziehung-Sein, das erst das wirkliche Mensch-Sein bedeutet und das der Heilige Geist zum Frieden führt. Sich dessen zu erinnern und das auch zu leben, ist in der heutigen Zeit des großen Unfriedens und der Kritiksucht besonders wichtig. Und so lud er nach dem Vater unser auch ein, einander bewusst ein Zeichen des Friedens zu schenken.


Im Anschluss an den Wortgottesdienst hielt Herr BM Hermann Ritzer aufgrund des anhaltenden Regens seine Ansprache in der Pfarrkirche. Er blickte kurz zurück auf das Entstehen des 1. Weltkrieges und als Folge davon des 2. Weltkrieges, bevor er die Aufmerksamkeit auf den Einsatz der Standschützen richtete. Als Italien 1915 als Bündnispartner abfiel und Österreich den Krieg erklärte, kämpfte der Großteil der österreichischen Soldaten an der Ostfront, sodass Tirol nahezu schutzlos dastand. So wurden die Tiroler Standschützen mobilisiert: darunter Jugendliche und über 40-jährige Männer. Am 22. Mai 1915, am Pfingstsamstag, sammelten sich 567 Standschützen des Bataillons Kufstein in Kufstein, um von dort ausbegleitet und zum Brenner transportiert zu werden, von wo die Männer an die Einsatzorte Folgaria-Lavarone und später Etschtal-Rovereto gebracht wurden. Unter ihnen waren 18 Häringer, der Jüngste war 15 Jahre alt, die beiden Ältesten knapp 50 Jahre alt. Auch der bekannte Gewichtheber und Gastwirt Gottfried Huber gehörte zu den Einrückenden.

Im heurigen Gedenkjahr werden an der damaligen Frontlinie 70 Gedenkkreuze aufgestellt, die im April gesegnet wurden. Auf Initiative von Ehrenhauptmann Josef Ager konnte ein identes Kreuz, wie es das Bataillon Kufstein im Sommer auf der Hochfläche von Vielgereuth/Folgaria auf einem der genehmigten Standorte aufstellen wird, erworben werden.

Herr BM Hermann Ritzer bedankte sich bei den Gemeinderäten für die Unterstützung, dieses Gedenk-Anliegen mitzutragen, und bei der Schützenkompanie unter Hauptmann Alexander Biechl für die Renovierung der Kriegerkapelle, die 1937 zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges eingeweiht wurde. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Namen der in dieser Zeit Gefallenen ergänzt. Nach vielen Jahrzehnten war eine Erneuerung notwendig geworden, die die Schützenkompanie in den vergangenen Wochen in Vorbereitung auf die Gedenkfeier in Angriff genommen hatte.


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