Bibelrundeausflug

22. Juli 2015

Zum Abschluss des Bibelrunde- und Exerzitien-im-Alltag-Jahres führte ein sehr schöner Ausflug zunächst nach Innsbruck ins Tirol-Panorama: Für manche bereits zum dritten Mal, war es wieder interessant, sich mit der Geschichte Tirols auseinanderzusetzen: mit den Freiheitskämpfen und allen heroischen Darstellungen, mit den Menschen im Alltagsleben, im Krieg,..., wobei das Nebeneinander von einerseits wahrer Kunst und Kultur sowie schlimmen menschlichen Erfahrungen und andererseits Vermarktung und Kitsch immer wieder für überraschende Einsichten sorgt und unser Land treffend zeichnet.

Anschließend führte die Fahrt über die Brenner-Bundesstraße durch das Wipptal bis nach Mühlbachl, wo auf etwa 1600 Meter der Wallfahrtsort Maria Rast liegt.

Nach dem Mittagessen feierten wir eine wohltuende Andacht mit Marientexten und danach erzählte ein Pater die Geschichte der Wallfahrt und des Klosters.

Maria Waldrast wird vom Servitenorden betreut und findet seit etwa 1450 regen Zulauf. Auf einer Sage beruhend, wurde nahe dem Fundort für die Gnadenstatue zuerst eine Kapelle errichtet und 200 Jahre später mit Unterstützung der Landesfürsten das Servitenkloster gebaut. Während der Herrschaft von Joseph II. wurde das Kloster aufgelassen und das Inventar versteigert. Damit das Gebäude verfiel, trug man das Dach ab. Es ist den Gläubigen zu verdanken, dass einige Altäre privat gekauft und aufbewahrt wurden, bis sie nach 1840 wieder in die Kirche gebracht wurden - als man das Kloster endlich wieder renovieren konnte, was bis 1912 dauerte. Der nächste Einbruch kam mit dem 2. Weltkrieg, als die Wallfahrten verboten wurden. Zwei mutige Burschen brachten die Gnadenstatue in Sicherheit, mussten diesen Mut jedoch mit dem Leben bezahlen, indem sie einberufen und an die vorderste Front geschickt wurden. Seit 1945 entwickelt sich die Wallfahrt wieder in großem Umfang. Immer wieder geschehen wunderbare Heilungen, die man nicht öffentlich breittritt, um Sensationsmeldungen und -berichte zu vermeiden. Besonders begehrt ist auch das heilbringende Wasser, das viele Menschen regelmäßig holen. Im Raum neben dem Seitenaltar mit der Pietà hängen sehr viele Votivtafeln, die die Dankbarkeit von Geheilten und Getrösteten ausdrücken - auch die Krücken eines Mädchens, das von seinem Vater nach einer vergeblichen und teuren Operation zum Wallfahrtsort hochgetragen wurde und das ohne Krücken selbst zurückgehen konnte. Nach diesen interessanten Ausführungen kehrten wir heim - nicht ohne die gewohnte Kaffeepause  im Cafe Zillertal.

Wir danken Robert Pristach für das Organisieren der schönen Fahrt, Michael Mitterer für das Vorbereiten der Andacht und PA Franz Reinhartshuber für die geistliche Begleitung während der Fahrt, bei den Bibelabenden und den Exerzitien. In seinen  Schlussworten drückte er seine Freude darüber aus, dass es diese beiden kleinen Gruppen gibt, die sich regelmäßig mit Bibeltexten auseinandersetzen bzw. die in der Fastenzeit bewusst Einkehr halten und dabei auch jene einschließen, die nicht dabei sein.


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