Rom

29. März bis 2. April 2016

Jedes fünfte Jahr, wenn sich die Pfarrgemeinderatsperiode dem Ende nähert, findet eine Dank-Wallfahrt statt. Dieses Mal pilgerten die Pfarrgemeinderäte von Bad Häring und Schwoich und einige andere im Pfarrleben stets Aktive gemeinsam mit Herrn Pfarrer Rainer Hangler nach Rom. Es ist ein schönes Zeichen des guten Miteinanders.




1. Tag


Trotz mancher Ängste und vieler Meldungen über enorme Sicherheitsmaßnahmen freute sich die Pilgergruppe auf die Reise.

Nach der Frühmesse in Schwoich erfolgte der Bustransfer nach München zum Flughafen. Am Nachmittag landete die Gruppe in Rom und besichtigte dort auf dem Weg in die Stadt die Paulusbasilika, die nach einem Brand neu aufgebaut und im Jahr 1854 eingeweiht wurde - den Vorgängerbau ließ Kaiser Konstantin über dem vermeintlichen Grab des Apostels um das Jahr 320 n. Chr. erbauen.

Im Pilgerhotel Casa Bonus Pastor war die Gruppe gut untergebracht - nach dem Abendessen waren noch einige Pilger zu einer Nachterkundung unterwegs.




2. Tag


Am 2. Tag, dem Mittwoch, stand am Vormittag die Teilnahme an der Generalaudienz des Papstes auf dem Programm. Die Sicherheitsvorkehrungen waren groß - und Papst Franziskus beeindruckte einmal mehr mit seiner Nähe zu den Pilgern.

Auch die Wallfahrer aus Schwoich begrüßte er in seiner Ansprache.


Am Nachmittag war die Pilgergruppe mit ihrer Führerin, einer fachlich sehr kompetenten gebürtigen Wienerin, in der Innenstadt unterwegs.

Nach einer Fahrt im öffentlichen Verkehrsmittel spazierte die Gruppe zunächst zur Spanischen Treppe. Sie führt zur Kirche Trinita di Monti hinauf und ist das Ziel unzähliger Romtouristen. Die Fontana della Barcaccia in der Gestalt eines Bootes am Fuße des Aufstiegs erinnert der Legende nach an ein Boot, das nach dem Wasserrückgang im Fluss Tiber an dieser Stelle liegen blieb. Nicht weit davon entfernt steht auf der Piazza Mignanelli die Statue der Muttergottes als Immakulata, die anlässlich der Verkündigung des Dogmas 1857 errichtet wurde. Anschließend führte der Erkundungsweg zum Trevibrunnen - mit einer Breite von 50 Metern zählt dieses spätbarocke Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert zu den imposantesten Brunnen der Welt.

Großen Eindruck hinterließ das Pantheon, ein nahezu unversehrt erhaltener antiker Bau aus dem 2. Jahrhundert, dessen einzige Lichtquelle sich in der riesigen Kuppel befindet. Im 7. Jahrhundert wurde das Innere zur Kirche umgestaltet und dem Gedächtnis der Muttergottes und aller Märtyrer geweiht.

Dem Grundriss nach wie das Leichtathletikstadion aus dem 1. Jahrhundert angelegt, wird die Piazza Navona als schönster Barockplatz Roms bezeichnet: Vor der Kirche Sant' Agnes in Agone gehört der Vier-Flüsse-Brunnen zu den beliebtesten touristischen Attraktionen auf diesem langen Platz. Nil, Ganges, Rio de la Plata und Donau sind als Männerfiguren dargestellt. Im 17. Jahrhundert erbaut, drückt er das Weltumfassende des Christentums mit der entsprechenden Stellung des Papstes aus.

Im Anschluss an die Besichtigungen konnte die Reisegruppe in der Chiesa Nuova die heilige Messe feiern. Der heilige Philipp Neri ließ diese Marienkirche im 16. Jahrhundert neu erbauen - sein Grabmal befindet sich in einer Seitenkapelle. In das Altarblatt des Hauptaltares sind drei Werke von Peter Paul Rubens eingearbeitet, von denen das Gnadenbild der Muttergottes mit den Engeln das bekannteste ist.



3. Tag


Der Donnerstagmorgen begann mit der Messe in der Kirche Il Gesu, der Mutterkirche des Jesuitenordens. An einen der bedeutendsten Jesuiten neben Ignatius von Loyala, an den hl. Franz Xaver, erinnern in diesem Gotteshaus mehrere Schätze, darunter die Reliquie seiner Hand, die besonders bei Herrn PA Franz Reinhartshuber großes Interesse hervorrief. Anschließend wurde das antike Rom erkundet: Vorbei an Zeugnissen der frühen Christen gelangte die Gruppe zur Kirche Santa Maria Aracoeli, zu der man über die steile Freitreppe mit 124 Stufen hinaufsteigt. Im Kircheninneren kann man über die vielen kleinen Seitenkapellen staunen - sie sind verschiedenen Heiligen, Mariendarstellungen und dem Jesuskind geweiht. Draußen genießt man den Rundumblick auf antike Bauwerke: das Kapitol,  das Forum Romanum, den Konstantinbogen... Vorbei am Kolosseum kommt man zur Kirche San Pietro in Vincoli, in der die Ketten, mit denen Petrus gefesselt war, aufbewahrt werden.

 Mit einem guten Mittagessen gestärkt spazierte die Reisegruppe am Nachmittag in das Stadtviertel Trastevere. Auf dem Weg dorthin passiert man die Kirche Santa Maria in Cosmedin – einer mittelalterlichen Legende nach verliert ein Lügner seine Hand, wenn er sie in den „Mund der Wahrheit“ des Steingesichtes legt. In Trastevere starb im 3. Jahrhundert die hl. Cäcilia den Märtyrertod. An der Stelle ihres einstigen Wohnhauses wurde eine Kirche errichtet. Manche Fresken und Mosaike sind mehr als 1000 Jahre alt, einige stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert - ebenso wie die Marmorskulptur der Heiligen. Unter der Kirche findet man noch Zeugnisse alter Wohnhäuser, wenn man in die Krypta hinuntersteigt.

Ist man in Trastevere unterwegs, sollte man auch der ältesten Marienkirche Roms einen Besuch abstatten. Im Jahr 220 ist die Weihe einer christlichen Hauskirche datiert - der heutige Bau stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Nach dem Abendessen in Trastevere bot das nächtliche Rom noch interessante Ausblicke.


4. Tag


Der vierte Tag begann mit einem Besuch in der Papstbasilika Santa Maria Maggiore, der größten Marienkirche Roms, in der viele Kunstschätze und die Mosaike aus dem 5. und 13. Jahrhunderts das Auge des Betrachters auf sich ziehen. Dort konnte an diesem Tag in einer kleinen Seitenkapelle die heilige Messe gefeiert werden.

Nicht weit entfernt steht die Basilika Santa Prassede, wo die Mosaike in der San Zeno Kapelle außergewöhnlich sehenswert sind. In der Amtszeit von Papst Paschalis wurden sie im 9. Jahrhundert geschaffen.

Anschließend ging es weiter in den Lateran. Das achteckige Baptisterium gilt als ältestes der Christenheit.  Zur Kapelle Sancta Sanctorum führt die Heilige Treppe hinauf - sie stammt aus dem Palast des Pontius Pilatus und soll nur kniend betreten werden - zum Gedächtnis der Leiden Christi. San Giovanni in Laterano wird als Mutterkirche der Christen bezeichnet. Sie ist eine der vier Papstbasiliken und geht in ihrem Baukern noch auf das 4. Jahrhundert zurück.

Nach einer Kaffeepause am Nachmittag führte der Erkundungsweg in eine der wenigen Kirchen Roms, die aus der Zeit der Gotik stammen: Santa Maria Sopra Minerva. Sie zählt zu den Hauptkirchen der Dominikaner und birgt die sterblichen Überreste der heiligen Katharina von Siena. Unter dem Hauptaltar befindet sich ihr Grab.


5. Tag


Am letzten Tag war es möglich, im Petersdom eine Frühmesse zu feiern, bevor der Rundgang durch eine der größten Gotteshäuser der Welt begann. Einige Pilger ließen es sich nicht entgehen, auf das Dach des Domes hinaufzugelangen, um einen imposanten Rundblick zu genießen.   Nach dem Mittagessen standen die Katakomben von San Sebastiano als letzter Besichtigungspunkt auf dem Programm. Vier Tiefebenen und Wandmalereien aus dem Anfängen des Christentums, Mosaike, Stuckarbeiten und Graffiti bilden beeindruckende Bilder. In der gleichnamigen Kirche werden neben dem hl. Sebastian die hl. Mutter Teresa und der hl. Papst Johannes Paul II. sehr verehrt. Am Nachmittag ging es heimwärts – viele Rom-Eindrücke dank der ausgezeichneten Stadtführerin und angenehme Gemeinschaftserlebnisse prägten die Wallfahrt. Herr Pfarrer Rainer Hangler hat sie mit großer Umsicht geleitet und geistlich begleitet, sodass die Tourismuseindrücke Aufwertung erfahren haben. Dafür sagen ihm alle Wallfahrer ein aufrichtiges und herzliches Danke.

Die Fotos stammen von Familie Johann und Maria Höck. Vielen Dank für die schönen Erinnerungseindrücke.





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Fotos und Fotorechte: Martina Pfandl