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Bericht

Pfarrausflug Maria Weißenstein

2013

Bei schönem herbstlichem Wetter startete unsere Pilgergruppe am Samstag in der Früh in Vorfreude auf Maria Weißenstein, San Romedius und einen Törggeleabend nach Südtirol. Der Vormittag in Bozen stand zur freien Verfügung. Auf dem Waltherplatz trennten sich die Wege. Manche besuchten nach einer Kaffeepause den Dom, der mit mehreren Flügelaltären an den Seiten und barocken Elementen im Altarraum sowie den weiteren sakralen Schätzen mehr Zeit zum Betrachten beansprucht, als sie uns zur Verfügung stand. Andere wiederum zog es zum Markt, um einige Mitbringsel zu erstehen.
Zu Mittag führte die Fahrt durch das sehr enge Eggental nach Petersberg, wo im Petershof für das Mittagessen reserviert war.
Nach der köstlichen Stärkung stand Maria Weissenstein, einer der bedeutendsten Südtiroler Wallfahrtsorte auf dem Programm. In einem kleinen Seitental schaut die Klosteranlage beeindruckend und einladend auf die ankommenden Pilger herunter. Patres des Servitenordens betreuen die Jugendherberge und das Bildungshaus sowie die Kirche. Der Abt zelebrierte für uns eine Messe und erläuterte in seiner Ansprache die Entstehung der Wallfahrt. Vor beinahe 500 Jahren war dem Bauern Leonhard Weißensteiner die Mutter Gottes erschienen und und hatte ihn gebeten, eine Kapelle zu errichten, worin er beten sollte, wo aber auch viele andere Menschen wieder zu Gott finden sollten. An der Stelle, wo er die Kapelle errichtete, fand er im Boden eine etwa 20 cm große Pietà aus Alabaster, die nun im Altar eingesetzt ist. Eine kleine Kapelle zum Beten findet sich heute noch innerhalb der großen Kirche, die Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet und später vergrößert wurde. Der Klosterladen, ein kleiner Rosengarten mit zwei Bronzestatuen, die die Begegnung Marias mit Elisabeth darstellen, und eine Ausstellung zum Thema Turiner Grabtuch bildeten weitere Anziehungspunkte in Maria Weißenstein.

Anschließend ging es in Serpentinen mehrere hundert Höhenmeter wieder talwärts in das Etschtal bis nach Cortina. Rund um den Martinsplatz liegen dort die Hotelgebäude des Teutschhauses. Ausgezeichnet untergebracht und kulinarisch verwöhnt mit einem dreigängigen Menü sowie Kastanien, Trauben und Schinken zum Ausklang des Abends, lernten wir den kleinen Weinort kennen. Vor dem Abendessen und auch vor dem Frühstück blieb Zeit zur Ortserkundung, zu einem Besuch der Martinskirche sowie der Wein- und Apfelgärten.
Am Sonntag in der Früh reisten wir weiter nach San Romedius. Mutete bereits das Eggental eng an, so bedeutete die Fahrt in das Nontal und das kleine Seitental, wo die Romediuskirche in steilster Lage auf einem 70 m hohen Kalkfelsen liegt, ein weiteres Fahrabenteuer, für das wir dem Buschauffeur Helmut Hochachtung zollen und unseren Dank sagen. Über steile Steinstufen gelangt man zu Fuß zur Wallfahrtsanlage, die durch die Verschachtelung mehrerer Kirchen und Kapellen hoch und erhaben auf die ankommenden Pilger herunterschaut. Die erste Kapelle wurde über dem Grab des hl. Romedius errichtet, der der Legende nach auf einem Bären nach Trient geritten war. Adeliger Herkunft und aus Thaur in Tirol stammend, verschenkte er sein Hab und Gut wurde im Trentino zum Einsiedler. Seine Lebensweise wirkte auf zahlreiche Menschen anziehend, so dass sich die Wallfahrt allmählich entwickelte. In der Michaelkirche durften wir den Wortgottesdienst feiern, den PA Franz Reinhartshuber für uns gestaltete und bei dem alle durch das Mitbeten und Mitsingen gerne mitfeierten. Diese religiöse Feier ließ uns darüber nachdenken, dass man sich nicht an Reichtum verlieren sollte, und brachte uns als Pilgergemeinschaft einander näher. Für viele von uns bildete sie den Höhepunkt des Vormittagsprogrammes. Anschließend hielten einige kurz Andacht in der obersten Kirche, wo der heilige Romedius das Altarbild prägt, und warfen danach einen Blick in die Tiefe der Schlucht, die nahezu senkrecht abfällt. Bevor wir wieder nach Cortina in das Teutschhaus zurückfuhren, konnten die meisten dem verlockenden Apfelangebot auf dem Busparkplatz nicht widerstehen - viele 5-kg-Säcke mit Boskop- und Gala-Äpfeln wurden im Kofferraum des Busses verstaut.
Nach dem Mittagessen traten wir die Heimreise an. Wir warfen einen Blick auf Kloster Seeben bei Klausen, das man auch einmal besuchen könnte, und unterbrachen die Fahrt in Sterzing mit einem kleinen Spaziergang und einer Kaffeepause. Wieder in Nordtirol, wurde es Zeit, einige bekannte alte Lieder anzustimmen und Dank auszusprechen.
Wir danken Robert Pristach für die ausgezeichnete Organisation dieser Pfarrwallfahrt
und PA Franz Reinhartshuber für die geistliche und gesellige Begleitung unserer Pilgergruppe.

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Fotos und Fotorechte: Martina Pfandl