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Bericht

Pfarrausflug Füeli

2014

Mehrere von uns kannten das heurige Ziel des Pfarrausfluges und freuten sich auf die zweite Pilgerfahrt in die Schweiz. Zwei sonnige und warme Herbsttage führten uns durch die schöne Schweizer Landschaft entlang des Walensees und südöstlich des Zürichsees nach Einsiedeln und am nächsten Tag nach Flüeli.
Inhaltlich eingestimmt durch die Erzählungen und Informationen von PA Franz Reinhartshuber erwartete uns nach dem Mittagessen eine Tonbildschau, die in das Leben der Mönche Einblick gab: in ihr Beten, Arbeiten und seelsorgliches Wirken in und mit den Pfarrgemeinden.

Der größte Marienwallfahrtsort der Schweiz entwickelte sich dort, wo vor knapp 1200 Jahren Bruder Meinrad als Einsiedler lebte und vielen Menschen zum heiligen Ratgeber wurde. Nach seinem gewaltsamen Tod ließen sich mehrere Einsiedler dort nieder, bis es schließlich zur Klostergründung durch die Benediktiner kam. Die Marienverehrung stützt sich auf die Legende, dass Jesus selbst im Beisein vieler Engel und Heiliger die Gnadenkapelle des heiligen Meinrad der Mutter Gottes geweiht hat - was heute noch mit dem Engelfest am 14. September gefeiert wird. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde das Kloster im barocken Stil neu erbaut, auch die Klosterkirche, die in sich die Gnadenkapelle beherbergt. Die Gnadenstatue von Einsiedeln stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist als Schwarze Madonna bekannt, die durch den Kerzenrauch dieses Aussehen erhalten hat. Als um 1800 im Kloster durch die Franzosen viel zerstört und wieder aufbaut wurde, errichtete man auch die Gnadenkapelle im klassizistischen Stil neu.
Besondere Erlebnisse sind es, vor der Gnadenkapelle zu verweilen und bei der Vesper, dem Abendlob der Mönche, mitzufeiern. Es ist gut, dass das Fotografierverbot eingehalten wird, sodass nichts die Andacht stört.
Viele von uns nahmen auch noch an der Vorabendmesse teil, in der deutlich erfahrbar war, wie wichtig den Mönchen die Seelsorge ist. Der zelebrierende Priester bat um das Gebet für die am Nachmittag bei einem Verkehrsunfall Verunglückten und ihre Familien, die er bis zu Beginn der Messe betreut hatte.
Gut untergebracht im Hotel, genoss die Pilgergruppe das Abendessen, eine angenehme Nachtruhe und ein ausgezeichnetes Frühstück, bevor der Weg weiter nach Flüeli führte. Beeindruckt von der Landschaft - den lang gezogenen Seen, den Orten dicht an ihrem Ufer und den Straßenbauten entlang des Hanges verlief die Fahrt durch das Schauen und Betrachten recht kurzweilig.

Vorbei an der Grabeskirche von Niklaus von Flüe in Sachseln fuhr der Bus die Anhöhe nach Flüeli hinauf, wo das Geburtshaus und das Wohnhaus des Schweizer Nationalheiligen stehen und besichtigt werden können. Uns führte jedoch zuerst eine kleine Wanderung in den Ranft, wo Bruder Klaus in einer Zelle, an die eine Kapelle angebaut ist, zwanzig Jahre seines Lebens ohne Nahrung, ausgenommen die heilige Kommunion, lebte und betete. Als zehnfacher Familienvater und glücklich verheiratet, wurden seine mystischen Gotteserfahrungen so stark und drängend, dass er sich mit dem Einverständnis seiner Frau zu diesem Schritt entschloss, um für und mit Gott zu leben. War er bereits früher als Politiker der Versöhnung bekannt, so konnte er auch in seiner Zeit als Einsiedler viele Ratschläge geben, die den Frieden für einzelne Menschen, aber auch für die Schweiz stifteten.

In der unteren Ranftkapelle feierte PA Franz Reinhartshuber einen feierlichen Wortgottesdienst mit unserer Wallfahrergruppe und brachte in seiner Ansprache zum Evangelium zum Ausdruck, dass wir zwar dem Kaiser die Steuern zu geben haben, aber Gott das geben sollten, was ihm gebührt. Genau das hat Niklaus von Flüe mit großer Radikalität und beispielgebend oder aufrüttelnd für die damalige Zeit des Ausschweifens in den weltlichen Genüssen getan. Von großer Bedeutung ist die mittragende Haltung seiner Frau Dorothea, die ihm zum Abschied ein Büßerkleid nähte, das heute in der Pfarrkirche von Sachseln zu sehen ist. Es wäre schön, wenn wir vom Frieden des Niklaus von Flüe, die im Ranft in besonderer Weise ausstrahlt, viel in unser Herz und mit nach Hause nehmen könnten.

Nach dem Mittagessen traten wir die Heimreise an - wieder entlang der Seen über Liechtenstein zurück nach Österreich. Tiroler Lieder, die die sangesfreudigen Pilger im Bus anstimmten, erinnerten an das baldige Ende der Wallfahrt,
in der viel Dank ausgesprochen wurde: dem Chauffeur Helmut für die sichere Fahrt, Robert Pristach für die umsichtige Organisation, dem Reisebüro Franzl für die Unterstützung dabei und PA Franz Reinhartshuber für die angenehme Reiseleitung und die guttuende geistliche Begleitung mit Reisesegen, Morgenlob, Wortgottesdienst und Heimkehrsegen.
Am schönsten kommt der Dank im Abschlusslied zum Ausdruck:
Danke für dieses gute Auto, danke für diesen guten Mann,
danke, dass unser Helmut so gut Auto fahren kann.

Danke für diesen guten Robert, danke für unsren lieben Franz,
danke, dass sie die vergang'nen Tage so gut geplant.

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Fotos und Fotorechte: Martina Pfandl